Historisches

Entwicklung der Blaskapelle Buchbach e.V.

1911 wurde mit der Gründung des Musikvereins Buchbach der Grundstein für unsere
"Blaskapelle Buchbach e.V." gelegt. Bereits nach 3 Jahren mussten die Mitglieder
mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges ihre Aktivitäten einstellen. Wenige Muskanten,
die nach Kriegsende in die Heimat zurückkehrten, begannen 1923 erneut mit dem Aufbau
des Vereins.

Aus dem Kreise der Blasmusikanten kristallisierte sich ein Streichorchester, das
hauptsächlich bei Tanzveranstaltungen spielte. Infolge erneuten Kriegsgeschehens wurde
die für damalige Verhältnisse enorme Aufwärtsentwicklung des Musikvereins Buchbach erneut
von 1939 bis 1946 unterbrochen.

Unter der Stabführung von Willi Neubauer und den mit heimgekehrten Altmusikanten Hans Güntsch
und Ewald Fröba nahmen 12 Aktive unmittelbar nach Kriegsende unter großen Schwierigkeiten
(das Notenmaterial und die Instrumente wurden u.a. unter Teilhegabe der Lebensmittelmarken
beschafft) die Probenarbeit wieder auf. Vor der Zonengrenzziehung schaffte sich der Musikverein
durch musizieren gegen Entgeld bis weit nach Thüringen eine finanzielle Basis.

Diese schwierigen Umstände wirkten sich auch auf die Vereinsführung aus, die fast vierteljährlich
wechselte. Erst als 1947 Franz Löffler das Ruder des Vereins in die Hände nahm, begann eine
intensive und stetige Aufwärtsentwicklung des Vereins. Franz Löffler legte maßgeblich den
Grundstein für den Aufbau der Blaskapelle Buchbach e.V. sowie des vereinseigenen Kulturhauses.

1985 erhielt er für sein persönliches Engagement im Dienste der Gemeinschaft das
"Verdienstkreuzam Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland"
Unser Ehrenvorsitzender verstarb 1993.

Bis 1960 fand die Probenarbeit im Vereinslokal Georg Neubauer statt, in dem am 24. Februar 1957
erste Vereinsstatuten festgelegt wurden. Das rege Vereinsleben schlug sich damals auch in einer
Laientheatergruppe um 1958 nieder.

Am 2. Juli 1960 fand der Verein seine Aufnahme im Nordbayerischen Musikbund unter dem Namen
"Blaskapelle Buchbach" nachdem der amerikanische Name "Rio Band" aus kulturellen Gründen abgelehnt wurde.

Bedingt durch Nachwuchssorgen wurde 1960/1961 eine Knabenkapelle, bestehend aus "17 Zöglingen", ins Leben gerufen. 1961 zählte die Blaskapelle 21 Aktive beim 1. Auftritt mit einheitlicher Tracht im Saale Klug.

Streitigkeiten um die Kompetenz des Dirigenten teilte 1962 die Blaskapelle Buchbach in zwei Lager.
Unter Anderen verließ der langjährige und verdiente Dirigent Willi Neubauer den Verein.
Unter seiner Leitung entstand später die Grenzlandkapelle Buchbach. Leider scheiterten damals
Wiedervereinigungsversuche.

Paul Zillich übernahm fortan die Stabführung der Blaskapelle Buchbach und die Knabekapelle unter Leitung
von Heinz Neubauer erreichte einen steten Aufschwung (25 aktive im Mai 1964).

Als Ausrichter des Bundesbezirksmusikfest 1963 in Buchbach, für dessen ausgezeichnete Organisation Franz Löffler zeichnete, wurde der Bekanntheitsgrad der Blaskapelle Buchbach gesteigert.
Neben 47 teilnehmenden Bundeskapellen war erstmals mit Girlan/Südtirol der Kontakt zu einer ausländischen
Kapelle geknüpft worden.

Nach Schließung des Vereinslokals Klug mit Probe- bzw. Übungsraum fanden die beiden inzwischen starken
Bläsergruppen der Senioren- und Jugenkapelle Unterschlupf in der alten Schule und dem Feuerwehrhaus.
Die alte Schule stand nur kurz zur Verfügung, da sie die kath. Kirchenstiftung erwarb und einen Kindergarten errichtete. Heute ist darin ein Pfarrsaal.

Mit neuer Tracht gestaltete die Junioren- und Knabenkapelle am 16. Juni 1964 die Einweihung der Buchbacher Parkanlage. Wiederum war es der Tatkraft von Franz Löffler zu verdanken, dass sich die Blaskapelle Buchbach e.V. 1966 Eigentümer eines vereinseigenen Kulturhauses nennen durfte, nachdem die Aufnahme ins Vereinsregister des Amtsregister Kronach- Zweigstelle Ludwigsstadt - am 20. April 1965 vollzogen wurde.



Zwischenzeitlich wurden große freundschaftliche, der Völkerverbindung dienende Treffen organisiert. Der
Teilnahme beim Landesmusikfest in Meran folgte wie erwähnt 1963 der Gastbesuch der Girlaner. 1966 nahm Franz Löffler den Kontakt zu dem 106 Mitglieder zählenden Jugenorchester der Musikschule Tullins/Frankreich auf.

Nach einem deutsch-französischen Jugendtreffen 1966 mit den Gästen aus Frankreich und einem Gegenbesuch der Buchbacher 1967 in Tullins, fand 1972 mit dem 1. Internationalen Jugendmusikfest in Buchbach ein weiterer herausragender Höhepunkt unseres Vereins statt. 4 ausländische (2xHolland, Norwegen und Österreich) und 11 inländische Jugendkapellen bewirkten, verbunden mit 2 großen Künstlerabenden im Festzelt, dass Buchbach weit über die Grenzen Frankens hinaus bekannt und das Fest zu einem einmaligen Erlebnis wurde. Dieses internationales Musikfest war zum damaligen Zeitpunkt einmalig in der Bundesrepublik Deutschland

Der Jazz machte auch vor den Jungen Buchbachern Musikern nicht halt. Klangkörper wie "Rio Band" oder
"Apiration Six" gaben ihre Musik im Kulturhaus zum besten, während Blasmusikfan und Vorstand Franz Löffler ihr Können abfällig als "Negermusik" betitelte.

1969 übernahm der Buchbacher Baldwin Fröba als sachkundiger und zeilstrebiger Dirigent die Verantwortung
für die Seniorenkapelle. Bis 1985 formte unser Ehrendirigent, dem auch der Name "Mosch des Frankenwaldes" zuteil wurde, die "Lustigen Musikanten der Blaskapelle Buchbach" zu einer über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Stimmungskapelle. Unvergessene Auftritte in ganz Deutschland, Österreich, Holland, Schottland und Norwegen zeugen vom Bekanntheitsgrad der Kapelle. Der "Posaunenteufel", war nur ein Ohrwurm aus dem vielfältigen Stimmungsrepertoire. Mit dem Gesangsduo Bertram und Geo Fröba sowie den zahlreichen Musikern die aus der Jugendkapelle hervorgingen, zahlte sich der unverdrossene Einsatz im Jugendausbildungsbereich von Franz Löffler aus.



1983 wurde die Jugendkapelle unter der Leitung von Hans Löffler wiederum neu formiert, denn ohne die Ausbildung eines eigenen Musiker-Nachwuchses wäre und ist das Niveau der Kapelle nicht zu halten bzw. würde unser Verein seinen Sinn verlieren.

Mit dem neuen Dirigenten Heiko Schulze, der gleichzeitig mit der Leitung der Orchesterschule beauftragt war,
bekam unsere Kapelle 1992 erneut Auftrieb. Der Erfolg der Orchesterschule gründete sich nicht nur auf die
ausgebildeten Honorarlehrer, sondern auch auf die hohen Vereinszuschüsse der Blaskapelle Buchbach e.V. (z.B. 1995, 10000 DM).

1997 ging die Orchesterschule der Blaskapelle Buchbach e.V. in die "Orchesterschule Rennsteig" über.
Die Gemeinden Ludwigsstadt, Teuschnitz, Tettau und Steinbach a. W. leisten hier mit ihrer finanziellen und logistischen Unterstützung einen sinnvollen und lobenswerten Beitrag im Jugendbereich.

Mit der Gründung des "Brassonic Quintetts" 1998, einer Gruppe von Blechbläsern der Blaskapelle Buchbach e.V., bestätigt unser Verein seine Zielsetzung, die Verbreitung und Förderung der Musik, insbesondere der Blasmusik, der Gewinnung der Jugend zur musischen Bildung, der Erhaltung und Pflege von Volksbindung, Brauchtum und heimatlicher Kultur sowie der Völkerverständigung.

Die Blaskapelle Buchbach e.V. gilt heute im kulturellen und öffentlichen Leben unserer Gemeinde als ein fester Bestandteil und leistet ihren Beitrag für die Gemeinschaft.

Bishereiger Höhepunkt für die Aktiven des Vereins war 1994 die vereinseigene CD und MC Produktion unter dem Titel "So klingt´s bei uns". Die Aufnahmeleitung hatte hierzu der Leipziger Komponist Otto Wagner.